Dekane teilen jedes der zwölf Tierkreiszeichen in drei Abschnitte von je zehn Grad, insgesamt 36. Die Idee geht auf die ägyptischen Dekansterne zurück, deren Aufgänge im Jahreslauf die Tage und nachts die Stunden markierten. In der Astrologie färben die Dekane ein Zeichen und ordnen jedem Abschnitt einen eigenen Herrscher zu.
Was sind Dekane?
Wie entstanden die Dekane in Ägypten?
Wie wurden sie Teil des Tierkreises?
Wie funktioniert die chaldäische Zuordnung?
Was ist die Zuordnung nach dem Dreieck der Elemente?
Wie findet man den eigenen Dekan?
Wie wird ein Dekan gedeutet?
Welche Grenzen hat die Dekan-Deutung?
Was bedeuten die Dekane in den Feuerzeichen?
Wie ordnet man die Dekane sachlich ein?
Steckbrief Dekane
- Anzahl
- 36 (je drei pro Zeichen)
- Breite
- 10 Grad der Ekliptik
- Ursprung
- ägyptische Dekansterne (36 Sterne oder Sterngruppen)
- Zuordnung der Herrscher
- chaldäische Reihe oder Dreieck der Elemente
- Thema
- feinere Färbung eines Zeichens
Ein Sternzeichen ist breit: Dreißig Grad am Himmelskreis, also rund einen Monat im Jahr, umfasst jedes. Wer am Anfang des Zeichens geboren ist, hat dennoch nicht unbedingt dieselben Züge wie jemand vom Ende. Die Astrologie unterteilt deshalb seit der Antike jedes Zeichen in drei Dekane. Diese Seite erklärt, woher die Einteilung kommt, wie die Herrscher der Abschnitte zugeordnet werden und welchen Wert die Unterteilung für die Deutung hat.
Was sind Dekane?
Das Wort stammt vom griechischen Wort für zehn. Ein Dekan ist ein Abschnitt von zehn Grad der Ekliptik, des scheinbaren Sonnenwegs durch den Tierkreis. Da ein Zeichen dreißig Grad misst, ergeben sich drei Dekane pro Zeichen und 36 im ganzen Kreis. Der erste Dekan reicht von 0 bis knapp 10 Grad, der zweite von 10 bis knapp 20 Grad, der dritte von 20 bis knapp 30 Grad des Zeichens.
Mit der Sonne verbunden bedeutet das: Der erste Dekan eines Zeichens entspricht ungefähr den ersten zehn Tagen, in denen die Sonne dort steht, der zweite dem mittleren, der dritte dem letzten Drittel. Die genauen Tage verschieben sich von Jahr zu Jahr leicht, weil der Eintritt der Sonne in ein Zeichen nicht immer auf dasselbe Datum fällt. Wer an der Grenze geboren ist, sollte die Position der Sonne in Grad prüfen, die ein Horoskop genau angibt.
Dekane sind eine zusätzliche Verfeinerung und kein eigener Tierkreis. Sie ändern am Sonnenzeichen nichts, geben ihm aber einen Beiklang. Ebenso lassen sich Mond, Venus oder jeder andere Punkt einem Dekan zuordnen, und für den Aszendenten gilt dieselbe Einteilung.
Wie entstanden die Dekane in Ägypten?
Die Wurzel liegt im alten Ägypten. Ursprünglich waren die Dekane 36 Sterne oder Sterngruppen, die in der Ägyptologie Dekansterne heißen. Ihr erstes Erscheinen vor Sonnenaufgang, der heliakische Aufgang, fiel auf feste Zeitpunkte im Jahr und markierte so die Tage des Jahres.
Nachts dienten die Dekansterne als Uhr. Weil jeweils ein anderer Dekanstern aufgeht, ließen sich die Stunden der Nacht am Himmel ablesen. Frühe Listen der Dekane finden sich auf Särgen des Mittleren Reiches und auf Grabdecken des Neuen Reiches. Es waren Sterne und Sterngruppen, keine gleichmäßigen Zehn-Grad-Abschnitte.
Zu dieser Zeit gab es den zwölfteiligen Tierkreis in der späteren Form noch nicht. Die ägyptischen Dekane sind deshalb eine astronomische Zeitmessung und kein Deutungssystem im heutigen Sinn. Die Deutung kam erst später hinzu.

Wie wurden sie Teil des Tierkreises?
In hellenistischer Zeit, nach den Eroberungen Alexanders, verschmolzen ägyptische und babylonische Himmelslehre. Dazu kam der Tierkreis aus zwölf gleich großen Zeichen. Die 36 Dekane wurden auf ihn gelegt, indem man jedem Zeichen drei Abschnitte zu je zehn Grad zuwies. Aus den ungleichen Sterngruppen wurden gleiche Längenabschnitte, und aus einer Sternuhr entstand ein Baustein der Deutung.
Seither erscheinen die Dekane in antiken Lehrbüchern als Gesichter oder Antlitze der Zeichen. Jeder Dekan trägt ein Bild, einen Herrscher und eine Eigenschaft. Spätere Jahrhunderte führten die Lehre in arabische, mittelalterliche und neuzeitliche Astrologie weiter, wo sie in Tafeln, Handbüchern und Bildzyklen auftaucht. Die moderne westliche Astrologie nutzt vor allem die Herrscherzuordnung.
Wie funktioniert die chaldäische Zuordnung?
Die erste Methode folgt der chaldäischen Reihe, der Anordnung der sieben klassischen Planeten nach ihrer scheinbaren Umlaufgeschwindigkeit, vom langsamsten zum schnellsten: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond. Man beginnt beim ersten Dekan des Widders mit Mars und setzt die Reihe fortlaufend fort, bis alle 36 Abschnitte besetzt sind. Weil 36 nicht durch sieben teilbar ist, beginnt jedes Zeichen mit einem anderen Planeten.
| Zeichen | 1. Dekan | 2. Dekan | 3. Dekan |
|---|---|---|---|
| Widder | Mars | Sonne | Venus |
| Stier | Merkur | Mond | Saturn |
| Zwillinge | Jupiter | Mars | Sonne |
| Krebs | Venus | Merkur | Mond |
| Löwe | Saturn | Jupiter | Mars |
| Jungfrau | Sonne | Venus | Merkur |
| Waage | Mond | Saturn | Jupiter |
| Skorpion | Mars | Sonne | Venus |
| Schütze | Merkur | Mond | Saturn |
| Steinbock | Jupiter | Mars | Sonne |
| Wassermann | Venus | Merkur | Mond |
| Fische | Saturn | Jupiter | Mars |
Der Vorteil der Methode ist ihre Regelmäßigkeit und ihr hohes Alter. Der Nachteil: So steht im ersten Dekan des Löwen Saturn, obwohl die Sonne das Zeichen beherrscht. Die Dekanherrscher haben mit dem Herrscher des Zeichens oft wenig zu tun. Die Deutung stützt sich daher auf das Zusammenspiel beider.
Was ist die Zuordnung nach dem Dreieck der Elemente?
Die zweite Methode, die vor allem in der neuzeitlichen Astrologie üblich ist, verwendet das Dreieck der Elemente. Ein Zeichen gehört zusammen mit zwei anderen demselben Element, und die drei Dekane werden den Herrschern dieser drei Zeichen zugewiesen. Der erste Dekan gehört dem eigenen Zeichen, der zweite dem nächsten Zeichen desselben Elements, der dritte dem übernächsten.
Beim Widder, einem Feuerzeichen, ergibt das Mars für den ersten Dekan, die Sonne als Herrscherin des Löwen für den zweiten und Jupiter als Herrscher des Schützen für den dritten. Beim Stier folgen Venus, Merkur als Herrscher der Jungfrau und Saturn als Herrscher des Steinbocks. Auf diese Weise bekommt jeder Dekan eine Verbindung zu einem verwandten Zeichen, im Beispiel der zweite Dekan des Widders den Beiklang des Löwen. Die Gruppen der Zeichen sind auf der Seite zu den vier Elementen beschrieben.
Beide Methoden stehen nebeneinander, und Bücher verwenden mal die eine, mal die andere. Wer Dekane deutet, sollte angeben, welche Zuordnung gemeint ist, sonst wirken Aussagen widersprüchlich.
Wie findet man den eigenen Dekan?
Man braucht die Länge der gesuchten Position innerhalb des Zeichens, also die Gradzahl. Sie steht in jedem Geburtshoroskop. Liegt die Sonne zum Beispiel bei 14 Grad Jungfrau, befindet sie sich im zweiten Dekan. Bei 3 Grad Fische ist es der erste, bei 27 Grad Zwillinge der dritte.
Ohne Horoskop lässt sich der Dekan näherungsweise aus dem Geburtstag schätzen, indem man das Datum des Zeicheneintritts der Sonne zählt: die ersten zehn Tage entsprechen dem ersten, die nächsten zehn dem zweiten, der Rest dem dritten Dekan. Das ist eine Faustregel; zuverlässig ist nur die Gradangabe. Wie das Sonnenzeichen eines Menschen festgelegt wird, zeigt die Seite zum Geburtshoroskop.
Wie wird ein Dekan gedeutet?
Der Dekan färbt das Zeichen. Wer im ersten Dekan geboren ist, verkörpert das Zeichen nach der Lehre am reinsten, der zweite verbindet es mit dem Wesen des Herrschers, der dritte hebt eine weiterführende Seite hervor. Ein Mensch der Sonne im zweiten Dekan des Widders wird nach der Dreieck-Methode als Widder mit Löwe-Anteilen beschrieben: mutig, aber mit dem Wunsch nach Bühne und Anerkennung.
Im Gegensatz zu den Elementen und Eigenschaften beschreibt der Dekan keine neue Kategorie, sondern eine Nuance. Er wird deshalb in ausführlichen Charakterbildern ergänzt, während er in einer Kurzbeschreibung selten auftaucht. Zur Einordnung eines einzelnen Zeichens helfen die Seiten zu den Sternzeichen, etwa Widder, Stier oder Zwillinge.

Welche Grenzen hat die Dekan-Deutung?
Die Grenzen zwischen den Dekanen sind scharf gezogen, die Wirklichkeit ist es nicht. Zwei Menschen, die am selben Tag mit einem Abstand von wenigen Stunden geboren sind, können in verschiedenen Dekanen liegen, wenn die Sonne gerade bei 9 Grad 59 Minuten und 10 Grad steht. Daraus folgt kein Wesensunterschied. Auch der Mond wechselt mit etwa 13 Grad pro Tag so schnell, dass sein Dekan sich innerhalb eines Tages ändern kann.
Überprüfbar sind die Zuordnungen nicht. Die Herrscher folgen einer Rechenvorschrift, die Eigenschaften sind Überlieferung. Verlässlicher wirkt die Deutung, wenn sie sich auf das Ganze des Horoskops stützt: Aspekte, Häuser und die Stellung der Planeten wiegen in der Praxis schwerer als ein einzelner Dekan.
Was bedeutet die Zuordnung in den Feuerzeichen?
Als Beispiel taugen die drei Feuerzeichen. Im Widder beschreibt die Dreieck-Methode den ersten Dekan als den unverfälschten Anfang: direkt, ungeduldig, auf Start eingestellt. Der zweite mit Löwe-Färbung sucht Würde und Wirkung, der dritte mit Schütze-Färbung Weite und Ziel.
Im Löwen steht der erste Dekan für den reinen Ausdruckswillen, der zweite für den Zug zum Ideal und zur Weite des Schützen, der dritte für die Hitze des Widders, Mut und Tatkraft. Im Schützen betont der erste Abschnitt Entdeckergeist und Lehre, der zweite die Kraft und Zuversicht des Widders, der dritte die Würde des Löwen.
Solche Beschreibungen sind Verdichtungen der Tradition. Sie lassen sich als Spiegel nutzen: Erkenne ich mich darin wieder, oder lese ich nur, was ich lesen möchte?
Wie ordnet man die Dekane sachlich ein?
Dekane sind ein historisch interessantes Stück Himmelskunde. Ihr Ursprung ist belegbar: Ägyptische Dekansterne und Sternuhren, später die Verbindung mit dem Tierkreis. Die Eigenschaften, die ihnen zugeschrieben werden, sind dagegen kulturelle Überlieferung ohne wissenschaftlichen Nachweis. Das gilt für die Astrologie insgesamt, wie die Seite zur Methodik darlegt.
Wer sich für Dekane interessiert, kann sie als zusätzliche Perspektive nutzen. Sie machen deutlich, dass ein Sternzeichen kein Block ist, sondern ein Verlauf, und sie laden ein, genauer hinzuschauen. Für Entscheidungen im Leben taugen sie nicht.